Unter inhaltlichen, formalen wie auch biografischen Gesichtspunkten soll die getroffene Werkauswahl nicht nur bedeutsame und qualitativ überzeugende Gegenwartskunst vorstellen, sondern auch gänzlich neue und unerwartete Verbindungslinien und Bezüge untereinander aufzeigen. Durch den Dialog auf Augenhöhe mit etablierten Größen können somit gerade auch aufstrebende Newcomer im Kunstbetrieb von einer gesteigerten Aufmerksamkeit und Wertschätzung für ihren weiteren Werdegang profitieren. So trifft das Werk von Barbara Ullmann auf eine Arbeit ihres Lehrmeisters Sean Scully und weist zugleich ästhetisch formale Bezüge zu einer abstrakten Arbeit eines der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit, Wolfgang Tillmans, auf. Ebenso begegnet der Berliner Shootingstar Christian Awe Werken seinen international namhaften Lehrern Georg Baselitz und Daniel Richter und knüpft zudem in seiner technischen Umsetzung im Umgang mit Spraydosen an die Werke der Street Art an. Silke Markefkas monumentales Lüstergemälde bildet dagegen ein formal wie thematisch kongeniales Gegenstück zum dargestellten Kathedraleninnenraum des US-Amerikaners Robert Longo. Und auch Sean Scully und der Berliner Newcomer Peter Ruehle verbinden in weiße Flächen eingebettete Abstraktionen mit landschaftlichen Bezügen. Des Weiteren lassen sich auch ungeahnte Bezüge bei Georg Baselitz und dem Tape-Artist Max Zorn erkennen. Während Baselitz in seiner Komposition sein Motiv bewusst durch versetzte Streifen analysiert, synthetisiert Zorn seine Sujets aus einzelnen Klebestreifen zu einem einheitlichen Ganzen.
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